Wissenswertes über 333er-Goldlegierungen


Nadja geschrieben am29 September 2009

Aus folgenden Gründen würde ich persönlich jedem Goldschmuck-Liebhaber abraten, sich seinen Schmuck in einer 333er-Goldlegierung zu kaufen oder anfertigen zu lassen:

Eine 333er-Goldlegierung besteht immer aus einem Drittel aus Gold, sowie aus Silber und Kupfer. Oft werden auch noch andere Legierungszusätzen wie Nickel, Zink oder Zinn beigefügt, um die Legierungseigenschaften wie beispielsweise Härte und Farbe zu verändern. In der Metallurgie werden Legierungen gewöhnlich nach ihrem Haupt-Legierungsmetall benannt. Demnach wäre eine 333er-Goldlegierung mit beispielsweise 45% Silber und 22% Kupfer in Wirklichkeit eine goldhaltige Silberlegierung und kein Gold. Daraus resultiert der unedle Charakter von 333er-Goldlegierungen. Der geringe Goldanteil wirkt sich auf alle Faktoren der Bearbeitung und der chemischen Resistenz aus. So laufen besonders kupferhaltige 333er-Goldlegierungen leicht an der Luft an und reagieren empfindlicher auf den Kontakt mit Säuren. Dies führt unter anderem zu der unangenehmen und wenig bekannten Eigenschaft der 333er-Goldlegierung, der so genannte Spannungskorrosion. Hierbei werden die härtebildenden Zusatzmetalle, wie Kupfer und Zink, nicht nur von Salz- und Schwefelsäure angegriffen, sondern bereits schon durch die in Hautausdünstungen enthaltenen Stoffe Kochsalz, Ammoniak und Buttersäure. Dies führt zu einem plötzlichen Auftreten von Rissen im Metall. Das Reparieren von jahrelang getragenen und dadurch stark beanspruchten Schmuck ist oft nicht mehr möglich.

Hinzu kommt auch, dass die 333er-Goldlegierung die größte Härte und geringste Dehnbarkeit zeigt, also praktisch nur bei häufigem Zwischenglühen bearbeitbar ist. Das Zulegieren anderer Metalle (besonders Zink) bewirkt zwar eine Verbesserung der mechanischen Verarbeitbarkeit, jedoch eine Verschlechterung der Gieß- und Löteigenschaften der Legierung.

Im Gegensatz zu andern Ländern ist es in Deutschland gesetzlich erlaubt, ein Schmuckstück aus einer 333er-Goldlegierung als „echt Gold“ zu kennzeichnen. Der einzige Grund für die Herstellung und Verwendung scheint jedoch nur der Kostenfaktor für die Schmuckindustrie zu sein.